Trauer um Sabby
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Nachrufe

„An meiner Zeit End, meiner Zeit,

In der ich die Unendlichkeit geschaut

Durch Risse in der Dinge Haut und starb daran.“

                                      Antonia S. Byatt

 

 

„Sie folgte langsam und sie brauchte lang

Als wäre etwas noch nicht überstiegen;

und doch: Als ob, nach einem Übergang,

sie nicht mehr gehen würde, sondern fliegen.“

R.M. Rilke

 

 

 

Mein liebes Kind,

 jede Nacht schlafe ich mich in einen Brief an dich. Drinnen beschreibe ich dir unsere Tage, meine Nächte verschweige ich dir lieber.

Dirk und ich waren für ein paar Tage an der holländischen Nordsee. Ich habe dir Engelflügelmuscheln gefunden dort, und dir daraus eine Kette gefädelt. Kannst du sie sehen? Hoffe ich doch, sie gefällt dir!

Sind dir schon Flügel gewachsen?

Irgendwann in den nächsten Nächten werde ich dir deine Lieblingsklamotten durch ein Feuer nachschicken, für den Fall das du sie brauchen kannst.

Richtig loslassen kann ich deine Sachen noch nicht. Aber du sollst sie natürlich haben, sind ja schließlich deine.

 

In ein paar Wochen ist dein 18ter Geburtstag. Du wirst volljährig.

Soll ich deine Freunde einladen?

Übernimmst du das selbst?

Möchtest du eine Party oder nur deine erweiterte Familie? Du musst mir dabei helfen- im Moment bin ich nicht in der Lage solcherlei Entscheidungen zu treffen.

 

Also ab dem 24. November muss ich dann sagen:“ ich hatte eine Tochter- sie wäre jetzt 18 Jahre“.

Nein, nein. Dieser Satz klingt ganz schrecklich.

Ich will sagen: „ich habe eine Tochter von 18 Jahren“

Ich habe eine 18jährige Tochter die hoffentlich bald beginnt dieses Loch in das ich fiel auszufüllen.

 

Eine 18jährige Tochter im Himmel über der Uckermark?

 

Heute ist so ein Zittertag, an dem zittern mir die Hände so.

Das fing schon mit einem so komischen Traum an. Im Träume suchte ich dich mal wieder; nur mit dem Unterschied; diesmal träumte mir eine fremde Frau deren Name mir noch im Gedächtnis ist. Aus irgendeinem Grunde verdächtigte ich diese Fremde  sie wisse wo du dich aufhälst, wo ich dich finden kann.

 

Tanja hat in der letzten Nacht auch von dir geträumt. Sie ist dir im Träume begegnet. Erst warst du 2 Tage tot, dann wurdest du wieder lebendig und ihr zwei saßet mit noch anderen Menschen am Tisch bei einer Tasse Kaffee beieinander.

Tanja ist der einzige Mensch in meiner näheren Umgebung der von dir träumt. Finde ich dich durch ihre Träume?

Ich will nicht ohne Hoffnung sein, komm mir doch ein Stück entgegen!

 

Ich liebe und vermisse dich so sehr!

deine Mutter


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