Trauer um Sabby
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Nachrufe

 

Liebe Sabby,

jetzt ist mein Februarbrief an dich noch immer nicht im Netz, und doch sind schon wieder so viele Wochen vergangen, seit ich ihn schrieb.

So viele Tage sind vergangen. Tage die vollgefüllt und Tage die ganz leer waren. Aber immer sind sie voller Gedanken und Worte an dich- mein Kind.

Es ist schon ganz warm jetzt am Anfang des April.

 

Demnächst stecke ich Zwiebeln von weißen Lilien um deinen Engel. Die sind schwer zu bekommen, ich versuchte es schon im letzten Herbst- allerdings erfolglos. Jetzt weiß ich woher ich sie bekomme.

 

Im Mai bereist Mell mit ihrem Vater die Uckermark, dann wird sie wohl auch uns besuchen und zum ersten mal an deinem Grabe weilen. Komisch, ich bin immer ganz aufgeregt wenn dich jemand besucht.

Erst wollte ich deinen Tod nicht akzeptieren, und nun sollst du nicht vergessen werden.

 

Tanja und Simi haben ganz heldinnenhaft dein Zimmer ausgeräumt- deine Sachen verpackt. Ich brachte es einfach nicht fertig. Dabei habe ich sehr viele Anläufe genommen. Immer schnürte es mir innerlich alles zu.

Jetzt ist es leer, aber es ist noch immer dein Zimmer. Ich konnte keine Erleichterung in mir feststellen. Es ist, als ob du in diesem Zimmer bist. Ich spüre deine Anwesenheit, ich kann dich förmlich riechen.

 

Heute haben Eddy und Johannes Mathevorprüfung. Damit wird die schwere Zeit der Prüfungen eingeläutet. Dann ist hier in unserer Schule immer eine ganz besondere Atmosphäre. Die 10tklässler und auch die LehrerInnen sind ganz angestrengt.

Aber das kennst du ja.

 

Immerhin sind wir noch ganz ausgeruht von den langen warmen Osterferien. Wir waren all die Tage fast nur draußen. Es war herrlich. Dirk hat uns eine Dachterrasse gebaut, mit einer wunderschönen Wendeltreppe aus alten Balken.

Wenn wir jetzt da sitzen, Tee trinken und Backgammon spielen fühle ich mich dem Himmel und somit dir wieder ein Stück näher.

Die Terrasse wäre bestimmt dein Lieblingsplatz geworden. Von dort oben sieht unsere kleine Welt noch mal ganz anders aus.

 

Ganz anders sieht sie vor allem aus, seit du fort gegangen bist. Und an dieser Auseinandersetzung werde ich noch lange zu tun haben. Da ist noch soviel Wut in mir, und  Schmerz und soviel Unverständnis.

 

Deine Mascha versehrten Herzens


 

 

 


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